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Auf einen Blick

Studie: Lebensgewohnheiten verändern sich rasant: Was ist „daheim“?

17.08.2016
WLAN ist schon für jeden Vierten wichtiger als ein echtes Treffen: Die rasante globale Verstädterung und Änderungen im Lifestyle haben deutliche Auswirkungen auf Familien- und Haushaltsstrukturen. Was das für die Wahrnehmung von „daheim“ bedeutet, hat IKEA in einer großangelegten globalen Studie* unter die Lupe genommen.

Die wichtigste Erkenntnis aus der Studie: „Daheim“, das ist nicht mehr nur die eigenen vier Wände, sondern auch das „Grätzel“, also die nähere Umgebung der Wohnung. Vor allem die sogenannten “Millennials” (die um die Jahrtausendwende geborenen „Jungen“, Anm.) drängt es nach draußen – zum Relaxen, zum Fernsehen, aber auch zum Arbeiten, solange es nur WLAN gibt.

Noch eines geht aus der Studie klar hervor: Digitalisierung verändert Beziehungen; Menschen sind vielfach und immer besser vernetzt. Für fast die Hälfte der Befragten (48 %; in Wien ein bisschen weniger: nur 44 %) ist das Zuhause die Drehscheibe für ihre Beziehungen. Beziehungspflege mit Freunden und Familie passiert immer öfter und immer mehr über virtuelle Plattformen (Stichwort: WhatsApp-Fotos für die Oma). Für jeden Vierten ist WLAN schon wichtiger als ein physischer Treffpunkt, jeder Fünfte ist der Meinung, dass es wichtiger ist, online mit Freunden und Familie verbunden zu sein als sie nach Hause einzuladen. Und auch wenn man allein lebt, ist man trotzdem immer online verbunden.

Die Ausgangslage

Basis für diese Erkenntnisse sind die “hard facts” gesellschaftlicher Veränderung: Mehr und mehr Leute zieht es in Städte. Wien ist dafür ein gutes Beispiel: Die österreichische Hauptstadt erlebt seit Jahren massive Zuwächse bei der Bevölkerungszahl, die Stadt wächst und wächst. Der Zuzug verkleinert das Wohnungsangebot: Viele Menschen kämpfen damit, dass Wohnraum schwer zu finden ist, kleiner als gewünscht oder teurer, als man sich ihn leisten könnte.

Die rasante globale Verstädterung und Änderungen im Lifestyle schaffen neue Lebensbedingungen – und stellen Herausforderungen ans Wohnen: in praktischer und emotionaler Hinsicht. Sie haben auch Auswirkungen auf Familien- und Haushaltsstrukturen. Abseits der klassischen Mutter-Vater-Kind-Familie leben immer mehr Kinder mit nur einem Elternteil.

Wohngemeinschaften oder Micro-Apartments boomen: Immer mehr Menschen leben allein. Aber auch immer mehr Menschen teilen sich, dauernd oder vorübergehend, Wohnungen – aus Gründen der Flexibilität, aus Kostengründen oder weil es einfach angenehmer ist. 

Digitalisierung als Mittel gegen Einsamkeit

„Menschen übersiedeln viel öfter als früher. Das heißt, sie müssen immer wieder ein neues soziales Umfeld schaffen, neue Kontakte oder Freundschaften knüpfen“, beschreibt Camilla Hammar,globale Projektleiterin des Life@Home Reports, die Problematik. „Sie reisen auch so viel wie noch nie ins Ausland. Die sozialen Kontakte verändern sich mit der Mobilität – die Technologie ermöglicht es, trotzdem verbunden zu bleiben.“ Moderne Wohnprojekte gehen auch bei uns bereits darauf ein: mit gemeinsam zu nutzenden Flächen und der entsprechenden digitalen Ausstattung. Die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben verschwimmen. Auch die Arbeitsgewohnheiten ändern sich – Co-Working Spaces sind gefragt.

Mit dem neuen Life@Home Report hat IKEA tief gegraben. Camilla Hammar: „Wir wollten herausfinden, was die ‚Zutaten’ für ein Zuhause sind. Und was in den einzelnen Bereichen passiert. Kurz und gut: Wir wollten besser verstehen, was die Leute wirklich über ihr Zuhause denken und vor allem was sie fühlen.“

 

* IKEA hat für den Life@Home Report Studien in zwölf verschiedenen Städten in der ganzen Welt durchgeführt, darunter Berlin, London, Moskau, Shanghai, Zürich, Mumbai und New York. 12.000 Leute zwischen 18 und 80 wurden dazu befragt. Für Wien hat IKEA Ende Juni extra nachgeforscht – bei 1002 Befragten. 

 

Wie erzeugt man ein Gefühl von „daheim“?

Camilla Hammar, globale Projektleiterin des Life@Home Reports, über die vier Dimensionen, die das „Zuhause“ ausmachen.

Vier grundlegende Bereiche sind es, die Einfluss darauf haben, ob man sich irgendwo daheim fühlt oder nicht, hat der Life@Home Report ergeben: der Raum, die Dinge, die sich dort befinden, die Beziehungen, die man dort pflegt, und last but not least die Location, also der Ort, an dem man daheim ist. Im Gespräch beschreibt Projektleiterin Camilla Hammar, was „zuhause“ ausmacht – und wie man dieses Gefühl auch in einer neuen Umgebung schaffen kann.

RAUM als sinnliches Erlebnis

Vier Wände und ein Dach? Das wäre zu kurz gegriffen, um „daheim“ zu beschreiben. Raum, das ist nicht nur eine physische Struktur. Es ist vielmehr ein „sinnliches Erlebnis“ – eines über das Greifbare hinausgehend. Unsere Sinne beeinflussen, ob wir uns daheim fühlen oder nicht.

Der Duft nach Kuchen am Samstagnachmittag, ein bestimmtes Licht oder das Gefühl des warmen Holzfußbodens unter den nackten Füßen sind solche sinnlichen Eindrücke. Nicht von ungefähr verbinden 40 % der Befragten mit „daheim“ am häufigsten einen bestimmten Geruch. 30 % haben dabei ein bestimmtes Licht vor Augen, 22 % etwas, das ihren Tastsinn anspricht. 

Geschmack kann ebenfalls Gefühle stimulieren, nach denen wir uns sehnen, wenn wir nicht daheim sind: Kochen und Essen scheint daher bei vielen Befragten ein probates Mittel, um sich daheim zu fühlen. Es verkörpert Vertrautheit, vermittelt das Gefühl des Dazugehörens, verschafft Kontrolle und stiftet Identität. Übrigens: Wer daheim kocht, hat auch glücklichere Beziehungen.

Besonders auffällig ist aber der Zusammenhang zwischen dem Gehörsinn und dem Gefühl, daheim zu sein. Das Blubbern der Kaffeemaschine, Kinderlachen im Hof und Vogelzwitschern sind die Geräusche, die das bewirken – vor allem aber Musik. 65 % der Wiener schaffen ein Gefühl von daheim, indem sie die Musik spielen, die sie lieben (Rest der Welt: 59 %). Besonders ausgeprägt ist das bei den “Millennials”: Sie knallen sich die Kopfhörer rein und schon sind sie „daheim“ (gilt für ganze 65 % im Vergleich zu 49 % in der sogenannten “Silver Generation”, 61+). Ganz nebenbei schaffen sie sich damit eine ganz private Nische innerhalb der Wohnung, in der sie sich sicher und gut aufgehoben fühlen, abgeschottet von den Geräuschen der Umwelt.

DINGE machen glücklich

Dinge sind die zweite große Dimension, die ein Zuhause ausmachen. Die meisten Wohnungen sind voll mit „Dingen“: Bücher, Werkzeug, Kleidung, Dekoration und und und. Viele davon brauchen wir im Alltag. Aber jene Dinge, die die Menschen mit „daheim“ verbinden, haben fast immer einen emotionalen Wert. Die Menschen heben sie auf, weil diese sie glücklich machen oder an schöne Situationen erinnern. Man muss da nur an die Muscheln vom letzten Urlaub denken. Mehr als die Hälfte (53 %) hebt Dinge auf, die sie an etwas Bestimmtes erinnern, ein gutes Zehntel nimmt Dinge von daheim sogar mit auf Reisen. Und nur ein Fünftel (22 %) betrachtet seine „Dinge“ als rein funktionale Gegenstände.

Zu viel scheint übrigens nicht gut zu tun, vor allem den “Millennials” nicht. Sie fühlen sich durch zu viel Zeug überfordert. 36 % von ihnen streiten mindestens ein Mal in der Woche über das Aufräumen, fast die Hälfte ist zumindest einmal in der Woche vom Chaos in der Wohnung irritiert.

BEZIEHUNGEN im digitalen Wandel

Beziehungen sind das Um und Auf eines Zuhauses. Für fast die Hälfte (48 %) der Menschen, die wir für die Studie befragt haben, ist das Zuhause die zentrale Drehscheibe für all ihre Beziehungen. Verstädterung, Technologie und neue Lebensformen stellen aber gerade alles auf den Kopf, was wir unter „daheim“ verstehen, denn Haushaltsstrukturen verändern sich dramatisch, der stetige Zuzug in die Städte bringt neue Wohnformen und die Digitalisierung verändert unsere Beziehungen.

Immer mehr Menschen sind immer online, und das verwischt auch die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Es verändert aber auch das Empfinden von privat und öffentlich – vor allem, wenn man zwar allein isst, aber sein Essen mit allen Freunden via Social Media teilt.

ORT ist mehr als ein Punkt auf der Landkarte

Als geografischer Ort ist „daheim“ zunehmend weiter gefasst und erstreckt sich längst über die eigenen vier Wände hinaus. Zuhause kann man sich, so die Studie, auch an mehreren Orten fühlen – und auch im öffentlichen Raum. Die Zahlen zeigen: Für 38 % ist das eigene Grätzel, also das nähere Wohnumfeld, ein Teil von daheim. 42 % fühlen sich außerhalb mehr daheim als in der eigenen Wohnung. Und nur für 7 % ist „daheim“ nichts als ein Punkt auf der Landkarte.

Wir wissen natürlich, dass diese vier Dimensionen nicht alle möglichen Perspektiven abdecken, aber sie decken das ab, was für die meisten Menschen „daheim“ ausmacht. Wir wollten herausfinden, was es ist, das dieses Gefühl von zuhause beschreibt. Und welche Emotionen damit verbunden sind. Und wir haben gesehen, dass sich dieses „Daheim“ verändert. 



Barbara Riedl
Public Relations IKEA Österreich

IKEA Austria GmbH
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